Zwillinge stillen

Zwillinge stillen

Zwillinge stillen? Geht das überhaupt? Natürlich ist die Freude – aber auch die Überraschung – meist groß, wenn der Frauenarzt verkündet, dass gleich zwei Babys unterwegs sind. Zwillinge! Verständlich, dass die werdende Mutter sich auch eine ganze Menge an Fragen stellt und sich Sorgen macht, wie sie das wohl alles bewerkstelligen kann. Das fängt schon mit der ganz banalen Frage an: Wie schaffe ich das Zwillinge stillen bloß? Geht das überhaupt? Keine Sorge – das geht natürlich, denn schließlich hat die Natur es ja so eingerichtet, dass die Frau zwei Brüste hat und somit auch mindestens zwei Babys stillen kann. Es bedarf dazu nur einiger Übung und – ganz wichtig – einer guten Hebamme oder Stillberaterin, die bei Problemen helfend zur Seite steht.

Zwillinge stillen – na klar

Auch wenn es für die Mutter zuerst eine große Herausforderung zu sein scheint – es geht! Vergessen sollte man nämlich nicht, dass die Alternative, nämlich den Babys die Flasche zu geben, auch nicht weniger stressig und kompliziert wäre. Ganz im Gegenteil! Außerdem ist das Zufüttern mit Fläschchen teurer und es gilt immer noch, dass Mamas Milch für das Baby vor allem aus gesundheitlichen Gründen mit Abstand das Beste ist, was es gibt.

Wie die Zwillinge stillen?

Entweder nacheinander oder gleichzeitig, das kommt ganz auf deren Rhythmus an. Allerdings hat beides Vor- und Nachteile – sowohl das Gleichzeitige als auch das Nacheinander stillen. Wird jedes Baby einzeln gestillt, kann es auch einzeln die volle Zuneigung der Mutter bekommen und ganz individuell dann gestillt werden, wann es Hunger hat. Beide gleichzeitig zu stillen ist für die Mutter schlichtweg ein zeitlicher Vorteil, denn dann hängt nicht permanent eines der beiden Kinder an der Brust. Hierfür ist eine geeignete Stillposition wichtig – am besten mithilfe eines Stillkissens. Eine gute Position ist z.B. beide Kinder parallel vor der Brust liegend oder beide Kinder mit dem Kopf zueinander liegend zu stillen und zwar so, dass es für Mutter und Babys bequem ist. Unbedingt sollte die werdende Mutter sich schon in der Schwangerschaft verschiedene Stillpositionen zeigen lassen! Es gibt im Handel sogar spezielle Zwillingsstillkissen, die das Anlegen erleichtern.

Gerade bei Zwillingen ist es ausgesprochen wichtig, auf die richtige Ernährung und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Denn ohne Trinken kann sich natürlich auch nicht genügend Milch bilden. Falls sich dennoch zu wenig Milch bildet, hilft häufigeres Anlegen, mehr Trinken oder die Hebamme sollte um Rat gebeten werden. Auch hier gilt immer wieder: die Nachfrage regelt das Angebot“ – je mehr an der Brust genuckelt wird, desto mehr Milch wird sich auch bilden. Wenn die Babys aus irgendwelchen Gründen nicht ausreichend nuckeln, kann vielleicht eine Milchpumpe eine wertvolle Hilfe darstellen.

Beim Zwillinge stillen rechtzeitig Unterstützung suchen

Gerade bei Zwillingsmüttern und dem Zwillinge Stillen ist es sinnvoll, sich bereits in der Schwangerschaft ein „Netzwerk“ aufzubauen an erfahrenen Personen wie einer guten Hebamme oder einer Stillberaterin, die jederzeit um Rat gefragt werden können. Der Besuch einer Stillgruppe schon in der Schwangerschaft ist ebenfalls unbedingt zu empfehlen, um schon vorab so gut wie möglich informiert zu sein. Und auch sonst gilt bei Zwillingen noch mehr als bei nur „einem“ Baby: jede Hilfe, die sich bietet, annehmen! Egal, ob das nun die Oma ist, die in der Nähe wohnt, die gute Freundin oder die nette Nachbarin -in den ersten Wochen werden die jungen Eltern gerade bei Mehrlingen jegliche Hilfe gut gebrauchen können und sollten diese auch unbedingt annehmen. Denn nur dann kann sich die junge Mutter auch ganz auf ihre Babys und auf das Zwillinge Stillen konzentrieren.

Das ist die wichtigste Aufgabe überhaupt! Zum Stillen gehört auf jeden Fall Entspannung und das geht natürlich nur, wenn sie nicht permanent gestresst ist. Einkäufe, Hausarbeiten und Sonstiges sollten also wenn möglich an andere Personen delegiert werden – zumindest während der ersten Wochen, bis sich alles eingespielt hat. Und, ganz wichtig: Abstriche machen! Wenn die Wohnung in dieser Zeit mal nicht aussieht, wie aus dem Ei gepellt – na und? Das wichtigste sind jetzt ganz klar die beiden Kleinen. Und das Zweitwichtigste das Wohl der Mutter, denn diese ist schließlich die Hauptverantwortliche für deren Wohlergehen. Eine saubere Wohnung hingegen ist absolut zweitrangig, wenn Nachwuchs kommt. Putzen und Aufräumen kann man auch später wieder!

Nur Mut! Zwillinge stillen ist gar nicht so schwierig, wie man meinen könnte! Mit genügend Informationen, einer guten Hebamme und vielleicht noch ein paar netten Personen, die helfend einspringen können, steht auch dem Stillen von Zwillingen normalerweise nichts im Weg – denn eines ist klar: es ist die natürlichste Sache der Welt und Mutter Natur hat es genauso eingerichtet, dass die Mutter ihre Babys (ausschließlich) mit Milch versorgen kann.

Kaffee und Alkohol in der Stillzeit

Leider dürfen stillende Mütter nicht bedenkenlos Kaffee und Alkohol in der Stillzeit trinken, was sie noch vor der Schwangerschaft genossen haben. Klar, denn beim Stillen gilt – genau wie noch in der Schwangerschaft – Baby isst mit! Dass gerade in der Schwangerschaft auf Alkohol verzichtet werden muss, leuchtet ein. Aber wie sieht es eigentlich aus mit Alkohol in der Stillzeit? Ist Alkohol dann immer noch schädlich? Nach welcher Zeit baut Alkohol sich ab? Wenn etwas getrunken wird, bekommt das Baby diesen Alkohol dann wirklich über die Milch verabreicht? Und wie sieht es aus mit Kaffee? Macht er womöglich gestillte Babys nervös, wenn Mama zu viel davon trinkt? Fragen über Fragen.

Alkohol in der Stillzeit

Alles, was die Mutter in der Stillzeit zu sich nimmt, wird Baby über kurz oder lang mit der Muttermilch ebenfalls abbekommen- wenn auch in verdünnter Form. Egal, ob das nun Knoblauch ist, den die Mutter genossen hat, Alkohol, Kaffee oder Fruchtsaft. Die einen Babys reagieren mehr darauf, die andern weniger. Dass aber Alkohol in der Stillzeit  für so kleine Babys immer schädlich ist, sollte klar sein. Die Frage ist natürlich auch, wann der Alkohol  getrunken wurde und wie viel davon. Sollte die Stillende tatsächlich mal ein kleines Gläschen Sekt trinken wollen, dann am besten unmittelbar nach dem Stillen. Bis zur nächsten Stillzeit nach 3 oder 4 Stunden ist der Alkoholgehalt dann bereits weitgehend abgebaut. Bedenken sollte man aber grundsätzlich, dass Frauen Alkohol sehr viel langsamer abbauen als Männer. Es empfiehlt sich daher ganz klar und eigentlich auch ohne jede Ausnahme, auf Alkohol in der Stillzeit ist zu verzichten -und zwar ganz.

Kaffee während der Stillzeit

Auch Kaffee sollte während der Stillzeit unbedingt mit Vorsichtgenossen werden. Viele Babys werden davon unruhig und finden nur schwer in den Schlaf. Leider ist es bei Kaffee sogar so, dass bis zu 10 Stunden nach dem Kaffeegenuss beim Baby die aufputschende Wirkung noch auftreten kann. Besser wäre es also, lieber gleich ganz auf Kaffee in der Stillzeit zu verzichten und stattdessen Tee zu trinken. Eine gute Alternative ist es sicherlich auch, übergangsweise auf koffeinfreien Kaffee umzusteigen. Wer dennoch nicht auf den geliebten Kaffee verzichten kann und will, sollte ihn am besten nur morgens trinken, so dass Baby dann in der nächsten Nacht wieder in Ruhe schlummern kann.

Aber auch hier gilt: ausprobieren. Sollte das Baby wirklich häufig unruhig sein, muss herausgefunden werden, ob tatsächlich ein Zusammenhang besteht und welcher Zeitpunkt der beste für ein Tässchen Kaffee in der Stillzeit ist, ohne dass das Baby davon beeinträchtigt wird. Übrigens ist Koffein auch in manchen Softdrinks wie Coca-Cola, in Eistees und in Schwarz- und Grüntee enthalten – auch hier ist also beim Verzehr ganz klar Vorsicht geboten. Die DGE, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, empfiehlt maximal 300 mg Koffein pro Tag, was in etwa 2 bis 3 Tassen entspricht. Ein Espresso hat 50 mg, eine Tasse Kaffee etwa 120 mg.

Man vermutet übrigens, dass Frühchen empfindlicher auf Koffein reagieren als zum errechneten Zeitpunkt geborene Babys. Denn sie verarbeiten das Koffein leider noch etwas langsamer – vor allem dann ist der Kaffeekonsum zu überdenken.

 

Ernährung in der Stillzeit

Ernährung in der Stillzeit

Es ist ausgesprochen wichtig, auf eine gute Ernährung in der Stillzeit zu achten. Zur Ernährung in der Stillzeit gehört natürlich auch das Trinken, dem wiederum vor allem in der Zeit des Stillens eine wichtige Bedeutung zukommt. Denn nur durch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme kann sich auch genügend Milch fürs Baby bilden – im Grunde genommen ganz logisch. Außerdem schwitzen stillende Mütter oftmals verstärkt, auch dies erfordert unbedingt eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme.

Ernährung in der Stillzeit – Wie viel trinken?

Es wird empfohlen, dass die Stillende pro Tag circa 2 – 3 Liter Flüssigkeit zu sich nimmt. Allerdings sind einige Getränke überhaupt nicht dafür geeignet, um den Durst zu löschen wie beispielsweise Alkohol, Limonade oder auch Fruchtsäfte pur. Beim Fruchtsaft ist häufig das Problem, dass Babys die Säure nicht vertragen, die ja über die Milch an das Kind abgegeben wird. Es kann passieren, dass dies dann beim Baby zum roten Po führt. Selbiges gilt für Kohlensäure in Sprudel oder Limonade, was häufig Blähungen nach sich zieht.  Limonade beinhaltet außerdem Zucker, ist somit zu kalorienhaltig und zudem schlecht für die Zähne. Am besten ist daher das Trinken von Tee und stillem Wasser oder gut verdünnten Fruchtsaftschorlen. Außerdem ist es ohnehin meist einfacher, Getränke ohne Kohlensäure in größeren Mengen zu sich zu nehmen.

Tee trinken während der Stillzeit

Tee trägt zur guten Ernährung in der Stillzeit bei. An Teesorten gelten Kräutertees, Rotbuschtee und Grüntee als empfehlenswert. Vor allem Stillteemischungen sagt man nach, dass sie sich nicht nur beruhigend auf Mutter und Kind (und dessen Verdauungssystem) auswirken, sondern auch sanft den Milchfluss anregen. Dafür sorgen unter anderem Kräuter wie Fenchel, Anis, Kümmel und Melisse. Außerdem tut warmer Tee gut und hilft der Stillenden häufig dabei, zu entspannen – was wiederum gut ist für den Milchfluss.

Auch viele Hebammen empfehlen daher das Trinken von Stilltee – am besten circa 2-3 Tassen pro Tag. Nicht zu empfehlen hingegen sind sowohl Schwarztee und Kaffeegetränke, denn dies können beide Schlafprobleme verursachen. Anstelle von Schwarztee wäre Rotbuschtee die bessere Wahl, da dieser kein Koffein enthält. Auch Milch sollte wenn, dann nur in Maßen getrunken werden. Gegen ein kleines Tässchen Kaffee am Nachmittag ist aber im Normalfall nichts einzuwenden.  Aber auch hier ist es wichtig, darauf zu achten, wie das Kind auf welches Getränk reagiert und sich im Zweifelsfall anzupassen.

Alkohol in der Stillzeit ist tabu

Übrigens: was früher empfohlen wurde, nämlich dass Sekt die Milchbildung anregen soll, gilt heute als widerlegt. Heute wird der Stillenden von jeglichem Alkoholgenuss abgeraten. Wenn es dann doch mal ein Gläschen Sekt sein muss, dann am besten direkt nach dem Stillen trinken, so dass sich der Alkoholgehalt hoffentlich bis zum nächsten Stillen bereits wieder abgebaut hat. Lesen Sie hier auch unseren Artikel zum Thema Alkohol in der Stillzeit.

Manche Kinder reagieren sehr auf die Ernährung in der Stillzeit, andere weniger. Wichtig jedoch ist immer eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und das gilt dann noch mehr, wenn die Stillende das Gefühl hat, sie hätte zu wenig Milch. Denn ohne Flüssigkeitszufuhr kann die Brust natürlich auch nicht ausreichend Milch produzieren. Bei zu viel Milch gilt dennoch ausreichend trinken, in dem Fall kann aber ab und zu auch auf Salbeitee zurückgegriffen werden, der die Milchbildung eher verringert als anregt. Ernährung in der Stillzeit ist also ein sehr sehr wichtiges Thema und sollte nicht unterschätzt werden. Auch hier gilt: im Zweifelsfall immer die Hebamme oder Stillberaterin um Rat bitten!

Der Milcheinschuss – Wann und Wie?

Der Milcheinschuss ist bei den meisten Frauen sehr deutlich zu spüren und kommt etwa zwei bis sieben Tage nach der Geburt. Aber keine Panik: Es gibt auch Frauen, die merken fast gar nichts davon und denken dann mitunter, er wäre ganz ausgeblieben oder die Milch würde womöglich nicht reichen. Diese Sorge ist fast immer unbegründet.

Das Kolostrum – wertvolle Vormilch

Noch bevor der Milcheinschuss stattfindet, produziert die Brust schon Milch. Schließlich braucht der Säugling ja auch in den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt etwas Nahrhaftes. Wenn junge Mütter meinen, dass aus der Brust nichts herauskommt außer ein bisschen gelbe Flüssigkeit – wunderbar! Genau so muss es sein. Diese dickliche Vormilch ist nämlich das wertvolle Kolostrum. Und gerade diese Milch ist ausgesprochen wichtig fürs Baby, denn sie schützt es vor Keimen und hilft ihm dabei, Antikörper zu bilden. Genau darum ist es auch so wichtig, das Baby bereits nach der Geburt gleich anzulegen. Auch wenn es sich möglicherweise nach „nichts“ anfühlt – keine Sorge, die Natur hat es schon so eingerichtet, dass das Baby jetzt am Lebensanfang alles Wichtige und Gute mit auf den Weg bekommt. Auf jeden Fall sollte der Säugling jetzt fleißig angelegt werden, denn genau das bringt letzten Endes auch den Milcheinschuss mit sich. Außerdem sind ausreichend Ruhe und ein bisschen Gelassenheit die besten Rezepte, um die Milch zum Fließen zu bringen.

Wann kommt der Milcheinschuss?

Meistens zwischen dem 2. und dem 7. Tag nach der Entbindung und meistens leider genau dann, wenn die Hormone ohnehin gerade mal wieder verrückt spielen. Die Brust schmerzt, der jungen Mutter ist zum Heulen zumute – aber auch hier besteht kein Grund zur Sorge, selbst wenn es ganz schön anstrengend ist: das geht vorbei! Es dauert einfach ein bisschen, bis sich alles eingependelt hat und bis die Milchmenge, die jetzt produziert wird, die richtige ist. Für die eine Mutter ist der Milcheinschuss eine Qual, für die andere geht er fast unbemerkt vonstatten. Bei der einen dauert er gerade mal ein paar Stunden, bei der anderen zieht er sich über Tage hinweg. Normalerweise wird die Brust dabei richtig schwer, heiß und schmerzhaft. Lindern kann man eventuelle Schmerzen mithilfe von warmen Wickeln vor dem Stillen und kalten Wickeln danach. Die Hebamme oder die Kinderkrankenschwester im Krankenhaus werden aber hier sicher den einen oder anderen Tipp haben, um alles etwas zu vereinfachen.

Falls der Milcheinschuss dennoch auf sich warten lässt: nur die Ruhe! Dann am besten das Baby häufiger anlegen, um den Milchspendereflex anzuregen und zusätzlich viel trinken. Stilles Wasser und Kräuter- oder Stilltee sind jetzt optimal. Auch das Wechseln der verschiedenen Stillpositionen kann hilfreich sein bei der Milchbildung.

Reicht die Milch bis zum Milcheinschuss überhaupt?

Auch wenn so manche Kinderkrankenschwester womöglich etwas anderes behauptet: In der absoluten Mehrheit aller Fälle reicht die Milch natürlich aus und das Baby wird auch sicher nicht von jetzt auf nachher verhungern. Mütter, die frisch entbunden haben, sollten sich hier nicht vorschnell ein schlechtes Gewissen einreden lassen, sondern ein gewisses Selbstbewusstsein mitbringen, nach dem Motto „Die Natur hat es schon so eingerichtet, dass alle Babys nach der Geburt von ihrer Mutter gesäugt werden können.“ Und grundsätzlich stimmt das ja auch so. Außerdem dürfen Babys nach der Geburt einen gewissen Anteil an Gewicht verlieren, ohne dass dies gleich Grund zur Sorge wäre. Fängt man hingegen bereits im Krankenhaus an mit dem Zufüttern, könnte dies gleich der Anfang vom Ende sein. Erstens, weil das Baby dann vielleicht nicht mehr an die Brust will und zweitens, weil sich bei seltenem Anlegen nun mal erst recht keine Milch bilden kann. Im Zweifelsfall ist es immer gut, die Telefonnummer von einer Hebamme oder Stillberaterin des Vertrauens in die Klinik mitzunehmen und diese, wenn nötig, um Hilfe zu bitten.

Allerdings sind heutzutage ja tatsächlich die meisten Kliniken stillfreundlich und das Personal sollte sich in solchen Fragen auch gut auskennen. Es gibt aber eben auch Ausnahmen und immer noch die Situation, dass beispielsweise eine resolute Kinderschwester zur frischgebackenen Mutter sagt: „Sie wollen doch wohl Ihr Baby nicht verhungern lassen“? Dass das natürlich verunsichert, noch zumal die Hormone gerade ohnehin verrückt spielen, ist eigentlich auch klar.

Beim Stillen abnehmen

Beim Stillen abnehmen

Wer während dem Stillen abnehmen möchte, sollte einige Dinge beachten. Dass nach der Schwangerschaft nicht sofort alle Pfunde, die man in den letzten Monaten zugenommen hat wieder verschwunden sind, ist manchmal gar nicht so einfach zu akzeptieren. Viele Frauen legen während der Schwangerschaft mehrere Kilos zu – die paar Kilos, die das Baby wiegt, sind nur ein Bruchteil davon. Also ist nach der Geburt auch nicht gleich wieder das Ausgangsgewicht von vor der Schwangerschaft da – auch klar. Die gute Figur ist verschwunden, stattdessen befindet sich am Bauch nach wie vor ein viel zu großes Polster, die Brust ist deutlich vergrößert und überhaupt sind auch Beine und Po dank Wasser- oder Fetteinlagerungen einfach überhaupt nicht mehr so wie früher.

Vielen jungen Müttern kann es deswegen gar nicht schnell genug gehen mit dem Abnehmen, damit möglichst bald alles wieder so straff wird wie in alten Zeiten. Allerdings ist hierbei unbedingt ein bisschen Geduld gefragt, denn beim Stillen abnehmen ist nicht unbedingt gesund für Mutter und Kind.

Die Stillzeit – absolut ungeeignet für eine Diät

Und wenn es noch so verlockend ist: Beim Stillen abnehmen schadet dem Kind. Die Stillzeit ist die denkbar ungünstigste Zeit, um eine Diät zu beginnen. Das liegt ganz einfach daran, dass während einer Diät immer zugleich auch Schadstoffe aus dem Körper ausgeschieden werden. Ganz klar, wer diese als erstes abbekommt: der Säugling, und zwar direkt über die Muttermilch. Das bedeutet also, dass – auch wenn die Figur, die völlig aus der Form geraten ist, noch so nervt – jetzt der absolut falsche Zeitpunkt für eine Diät wäre.

Beim Stillen abnehmen – Zu wenig Nährstoffe

Außerdem kann es bei einer Diät auch immer passieren, dass es zu einem Nährstoffmangel kommt. Und natürlich ist der in der Stillzeit unbedingt zu vermeiden. Es gilt das Gleiche, wie in der Schwangerschaft: da die Frau nun zwei Personen ernähren muss, sollte sie ein besonderes Augenmerk darauf legen, was sie isst.

Gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig

Das bedeutet zwar nicht, gleich für zwei zu essen, es sollte aber auch nicht heißen, Fertigprodukte, Süßigkeiten, Limonade und Chips zu sich zu nehmen. Sondern vielmehr jede Menge Gemüse (am ehesten natürlich solches, was nicht bläht), Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und hochwertige Fette, wie Oliven- oder Rapsöl. Auch Fisch sollte immer wieder auf dem Speiseplan stehen, Fleisch und Wurst hingegen eher selten bis gar nicht. Wenn die Stillende auf eine gesunde Ernährung achtet ohne Diät zuhalten, aber auch ohne Ungesundes zu essen, kommt die gute Figur irgendwann von ganz alleine zurück.

Beim Stillen abnehmen? – Sport und Rückbildung ist viel wichtiger!

Zu gegebener Zeit kann natürlich die junge Mutter auch damit wieder anfangen  Sport zu treiben, zumindest in Maßen. Von Leistungssport während der Stillzeit wird eher abgeraten; Fahrradfahren, Yoga, Tanzen, Gymnastik oder Schwimmen hingegen sind Sportarten, die auch während des Stillens ausgeübt werden können. Ganz wichtig ist der Besuch einer Rückbildungsgymnastik. Denn gerade hier, unter der Leitung einer erfahrenen Hebamme, werden wichtige Übungen zur Rückbildung der Gebärmutter, des Bauchs und zur Straffung des Beckenbodenmuskels gezeigt. Also: eins nach dem anderen! Zuerst ein paar Wochen Rückbildung, dann anfangen mit „ruhigeren“ Sportarten und wenn Baby dann abgestillt ist, kann auch wieder die erste Diät in Angriff genommen werden.

Es gilt immer noch der Spruch: „9 Monate lang hat es gedauert, bis der Bauch sich gebildet hat, ebenso lange wird es dauern, bis er wieder verschwunden ist“. Unsere Empfehlung: Beim Stillen abnehmen schadet dem Kind. Deswegen gilt: Ruhebewahren – alles zu seiner Zeit!

Baby richtig anlegen –  Aber wie?

Baby richtig anlegen – Aber wie?

Baby richtig anlegen – wieso so wichtig?

Es stimmt schon: Stillen ist die natürlichste Sache der Welt. Dennoch sind sich viele Schwangere unsicher, wenn es darum geht, das Baby richtig anzulegen. Das ist nur zu verständlich – denn woher sollten sie es auch wissen? Wenn es darum geht, das Baby richtig anzulegen, ist die Hebamme, die Stillberaterin oder die Kinderkrankenschwester im Krankenhaus die erste Ansprechpartnerin. Und die Wichtigkeit zu wissen, wie Sie das Baby richtig anlegen, sollte man keineswegs unterschätzen.

Das liegt vor allem daran, dass das Baby die Brustwarze in den Mund nimmt und dann mit ziemlich viel Kraft daran zieht – vor allem dann, wenn es keine korrekte Position hat. Zum Beispiel, wenn es einfach zu tief liegt und nicht mit der Brustwarze auf einer Höhe. Also ist es schon mal ausgesprochen wichtig, dass der Säugling nicht bei der Mutter auf dem Schoß liegt, sondern z.B. durch ein Kissen in eine etwas erhöhte Position kommt, so dass der Mund ganz bequem die Brustwarze zu fassen bekommt. Genauer gesagt, es liegt mit dem Kopf auf Höhe der Brust. Also – her mit den Kissen, besser noch wäre sogar ein Stillkissen, welches beliebig positionierbar ist und über eine ausreichende Dicke verfügt.

Verschiedene Positionen zum Baby richtig anlegen

Wenn man sich vor Augen hält, dass das Baby vor allem mit dem Unterkiefer die Milch aus der Brust herausdrückt, wird auch klar, warum es immer mal wieder in anderer Position angelegt werden sollte. Denn in der Brust befinden sich natürlich nicht nur an einer Seite die Milchdrüsen, sondern rundum. Wenn Baby immer nur an derselben Stelle die Milch herausdrücken würde, könnten sich an den anderen Stellen Schwellungen bilden. Es sollte also sinnvollerweise die Stillposition auch mal zwischendurch verändert werden – quasi im Kreis herum aber immer so, dass der Kopf auf Höhe der Brust bleibt. Das ist im Sitzen nicht immer möglich, im Bett im Liegen klappt es meist besser. Auch hier kann im Zweifelsfall sicherlich die Hebamme oder die Stillberaterin beim Baby richtig anlegen hilfreich zur Seite stehen.

Die richtige Position der Mutter

Klar, dass das Baby beim Stillen die richtigen Positionen haben sollte. Aber auch die Stillende sollte bequem sitzen! Alles andere könnte zu Verspannungen frühen oder – auch nicht besser – den Milchfluss unterbinden. Denn zu einem guten Milchfluss gehört unbedingt das sich-entspannen. Das heißt die Stillposition sollte für die Mutter so bequem wie möglich sein. Das Baby muss in der richtigen Position liegen und dort auch von alleine liegen bleiben, so dass die Stillende es nicht halten muss und beide Hände frei hat. So kann sie das Baby streicheln und verkrampft sich nicht. Der Rücken sollte gut gestützt sein, am einfachsten geht daher das Stillen – zumindest am Anfang der Stillzeit, bis sich eine gewisse Routine einstellt – auf der Couch mit diversen Kissen oder natürlich im Bett.

Wenn Sie sich beim Thema „Baby richtig anlegen“ immer noch nicht sicher sind, dann fragen Sie ihre Hebamme oder die Stillberaterin, dafür sind sie da!

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